Die Nystagmusuntersuchung

 

Nach einem Nystagmus kann auf verschiedene Weise gefahndet werden. Mit freiem Auge sind Nystagmen nur in seltenen Fällen zu sehen. Oft werden sie durch Fixation unterdrückt. Deshalb stellt man Untersuchungssituationen her, in denen es dem Patienten nicht möglich ist zu fixieren. Dies geschieht durch Verwendung einer Nystagmusbrille oder Frenzel-Brille. Dabei handelt es sich um eine Leuchtbrille mit +20 Dioptrien starken Gläsern. Durch diese Sammellinsen kann der Patient keine Details seiner Umwelt mehr visuell wahrnehmen und daher auch nicht mehr fixieren. Die Augen werden hinter dem Brillenrahmen beleuchtet. Dadurch wird die Fixation ebenfalls verhindert und der Untersucher kann die Augen besser sehen.

Eine andere Möglichkeit zur Nystagmusdetektion ist die Elektronystagmographie. Dabei wird die Tatsache ausgenützt, daß es sich beim Auge um einen elektrischen Dipol handelt, wobei die Netzhaut gegenüber der Hornhaut ein elektrisches Potential von 400 - 800 m V aufweist. Dieses Potential wird korneoretinales Potential genannt. Befestigt man sensible Elektroden an den Augenwinkeln, so kann man bei Bulbusbewegungen Potentialveränderungen abgreifen und an einem Meßgerät sichtbar machen. Diese Technik ist sensitiver aber auch störanfälliger, da Störfelder als elektrisches Brummen die Ableitung beeinträchtigen können, zumal die registrierten Potentiale etwa einmillionfach verstärkt werden müssen.

Die Eichung erfolgt über die Ableitung der Potentialdifferenz eines definierten Blickwinkels.

Seit kurzem gibt es auch Geräte, die Nystagmen mit Hilfe von optischer Abtastung des Auges sichtbar machen können. Diese Methode wird Videookulographie bzw. Videonystagmographie genannt. Sie ist technisch aufwendig und sehr teuer, hat aber den Vorteil, daß auch rotierende Augenbewegungen sichtbar gemacht werden können, die der Elektronystagmographie verborgen bleiben, und sie ist weniger störanfällig.

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